[>>]

Montag, 17. November 2008

Woanders muss das Glück sein

Die Autorin Angelika Reitzer gießt „Frauen in Vasen“, lädt Alltagsgeschichten mit poetischer Dynamik auf und hat dafür den Reinhard-Priessnitz-Preis 2008 verliehen bekommen.

Manchen Besprechungen im deutschen Feuilleton merkt man die Mühe an, die Rezensenten nach fast 20 Jahren des „neuen Erzählens" haben, wenn sie an eine Literatur geraten, deren Wurzeln im Sprachliche eher liegen denn im Ausschmücken eines Plots. Sie versuchen dann zum Beispiel, peu à peu die Geschichten von Angelika Reitzers Prosasammlung „Frauen in Vasen" nachzuerzählen - ein Unterfangen, das niedlich und nutzlos zugleich ist. Denn das Interessante an Reitzers Texten ist nicht, wie die Ich-Erzählerin zum Beispiel mit Großmutter, Mutter und Tante Obstbäume inspiziert und die Beziehungsverhältnisse in ihrer Familie in Gedanken filtert („Streuobst"); undramatisch ist es auch, um ein zweites Beispiel herauszugreifen („Continental"), was die Erzählerin mit ihrer Schwester in der marokkanischen Fluchtburg der Beatniks, in Tanger, erfährt: nämlich dass die großen Zeiten vorbei sind ... Nur durch die Nacherzählung von Reitzers Texten kommt man nicht weit, denn nicht was sie erzählt, sondern wie sie es tut, steht im Vordergrund, und das macht ihre Qualität aus. Man wird unvermittelt in die Geschichten hineinkatapultiert, anstatt sie nur erzählt zu bekommen. „nun: ich trinke viel; ich schreibe viel: ich versuche die Recherche für diesen Film hinzukriegen und morgen treffe ich mich mit irgendwem, der mich für irgendein Projekt als Assistentin haben will/vielleicht auch nicht," heißt es zu Beginn des Buches.

Mehr lesen Schandor über Reitzer

Trackback URL:
http://angelikaexpress.twoday.net/stories/5327276/modTrackback

archiv

November 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 7 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 

user status

Du bist nicht angemeldet.

suche