Donnerstag, 26. Mai 2011

Jahrestage, Uwe Johnson

Das Leben der Gesine Cresspahl & ihrer Tochter Marie in New York in 365 Tagesberichten mit ihrer mecklenburgischen, ostdeutschen, sozialistischen, westdeutschen, kapitalistischen Vergangenheit. Anhand von Zeitungszitaten, eigenen Kurznotizen, Tonbandaufzeichnungen („für wenn ich tot bin“) und Dialogen wird ein Jahr im Leben der Hauptfigur Gesine Cresspahl in New York erzählt. Es beginnt am 20. August 1967 und endet mit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Tschechoslowakei am 21. August 1968. „Hier wird nicht gedichtet, ich versuche dir etwas zu erzählen“. Der Erzählton ist liebevoll, der Ton oft groszartig, fast schelmisch dabei, nicht unformal. Monologe & Dialoge sind immer viel mehr als die Aussage, wer was spricht – & das ist ja immer wieder auch Thema, Johnsons Zwiesprache mit Gesine Cresspahl –: das Erzählte weist auf den Sprecher hin & nicht umgekehrt. Das Geburtsdatum Gesines (1933) und der letzte Tag im Roman (20.08.1968) geben den Rahmen für die Welt- und Zeitgeschichte – das ist eine Unmenge an Fakten, sperrig oder auch erratisch dargeboten, & dabei so etwas wie „eine kollektive Erinnerungsleistung im Brennpunkt einer privaten Lebensgeschichte“, eines der bedeutendsten epischen Unternehmen der Nachkriegszeit, Hauptwerk des Autors & wohl auch Zentrum der sogenannten deutsch-deutschen Literatur. Weltliteratur.

Uwe Johnson, Jahrestage. Aus dem Leben der Gesine Cresspahl
Suhrkamp (1. Auflagen 1970-1983 in „4 Lieferungen“)

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